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Ohne Feuerwerk ins neue Jahr?

Das Ende des Jahres rückt näher. Die Planungen für den letzten Tag des Jahres werden immer konkreter. In den (sozialen) Medien startet dazu eine alljährliche Diskussion. Tierfreunde posten, bitten auf das Geböller den Tieren zu liebe zu verzichten. Viele fordern ein gesetzliches Verbot von Feuerwerken. Einige wenige Supermärkte nutzen die Gelegenheit und positionieren sich medienwirksam durch einen Verkaufsverzicht für mehr Umweltbewusstsein. Dagegen stehen noch immer viele Stimmen, die auf ihr Silvesterfeuerwerk nicht verzichten wollen. Es ist so Tradition, gehöre nun mal dazu, mache so viel Spaß und es ist ja auch nur ein Tag im Jahr.

Das Umweltbundesamt hat 2018 aber genau diesen einen Tag im Jahr ausgewertet, mit erschreckendem Ergebnis. In dieser einen Nacht werden 4.500 Tonnen Feinstaub in die Luft abgegeben. Das entspricht 15,5% des Feinstaubs, der jährlich im Straßenverkehr entsteht. Feinstaub steht im Verdacht die menschliche Gesundheit zu gefährden. Wie lange der Feinstaub in der Luft bleibe, sei dabei vom Wind abhängig, bei starkem Wind verteile sich dieser besser. An windschwachen Tagen reichert sich dieser in der unteren Atmosphäre an. Doch deckt das Umweltbundesamt dies nicht als die einzige Gesundheitsgefährdung durch Feuerwerk auf. Aus dem Deutschen Ärzteblatt von 2013 wird zitiert, dass alleine in Deutschland jährlich 8.000 Menschen Verletzungen des Innenohres erleiden, welche bei rund einem Drittel der Betroffenen zu bleibenden Schäden führen. Hinzu kommt eine Vielzahl von anderen Verletzungen, von kleinen bis hin zu schweren Verbrennungen, Augenschädigung und Explosionsschäden.

Das sind jedoch nicht die einzigen Probleme die durch Feuerwerk an Silvester auftreten. Alljährlich klagen Haustierbesitzer und machen sich Gedanken darüber wie sie ihr Haustier stressfrei ins nächste Jahr bringen sollen. Ganz abgesehen vom ganzen Müll, der am nächsten Tag auf der Straße liegt und beseitigt werden muss.

Wie also mit dieser Vielzahl an mittlerweile auch inneren Konflikten umgehen? Wie so häufig ist weniger mehr. Wer nicht aufs eigene Böllern verzichten möchte, könnte die Menge reduzieren. Für wen Feuerwerk einfach dazugehört, der kann Silvester ganz entspannt, umweltschonender und vor allem kostengünstig betreiben. Denn wie jedes Jahr wird es auch dieses Jahr nochmal ein Feuerwerk von der Nordseeheilbad Borkum GmbH (NBG) geben, welches man von der Promenade oder vom Strand aus beobachten kann. Aber auch die NBG denkt mittelfristig über Alternativen zum Feuerwerk, wie zum Beispiel eine Laser-Show, nach.

Das Ordnungsamt der Stadt Borkum und die NBG bitten daher aus Sicherheitsgründen in bestimmten Bereichen auf der oberen und unteren Promenade freiwillig auf das Böllern zu verzichten. Die Bereiche werden entsprechend ausgeschildert.

Vielleicht beschließt aber auch der ein oder andere, dass ein gemütlicher Abend mit Freunden und Familie, bei gutem Essen, einem Glas Sekt und Luftschlangen, auch eine schöne Tradition werden könnte. Apropos Tradition: Ursprünglich war es eine heidnische Tradition am 31. Dezember böse Geister durch laute Geräusche zu vertreiben. Der Name Silvester stammt dabei jedoch von Papst Silvester I, welcher am 31. Dezember 335 starb. Doch sind diese Fakten in der heutigen Zeit so gut wie vergessen und in der Regel wird nur noch der Anfang des neuen Jahres gefeiert. Welcher Tag des Jahres könnte sich also besser für die Einführung neuer Traditionen eignen als die Feier eines neuen Anfangs?

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